Allgemeines
Je älter eine Bevölkerung wird, um so wichtiger ist es für den einzelnen, möglichst
lange gesund zu bleiben. Immer mehr Menschen entwickeln jedoch immer früher Erkrankungen
mit chronischem Verlaufsmuster. Dies zeigt sich in der Zunahme von
Herz-Kreislauf-Erkrankungen ebenso wie im Auftreten der sogenannten Altersdiabetes
(Diabetes Typ II) resp. des metabolischen Syndroms bereits bei Jugendlichen. Dazu kommt
ein Anwachsen psychischer Störungen. Nach einer Analyse der Daten der gesetzlichen
Rentenversicherungen für das Jahr 2002 rangieren sie mittlerweile noch vor den
Erkrankungen des Bewegungsapparates und der Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Ob ein Mensch chronisch krank wird und wann er chronisch krank wird, ist nicht durch
seine Gene vorgegeben. Gene sind eingebunden in ein komplexes Geschehen des ständigen
Austausches mit Umweltbedingungen. Je nach dem sind sie ähnlich dem Licht in einem Zimmer
ein- oder ausgeschaltet. Wer z.B. Träger von Genen ist, die die Entwicklung einer
Krebserkrankung begünstigen, braucht keinen Krebs zu bekommen, wenn er oder sie durch
einen gesunden Lebenswandel und ein auf Gesunderhaltung orientiertes Selbstkonzept die
gesunderhaltenden Faktoren so stärkt, dass die "Krebsgene" ausgeschaltet
bleiben. Auf der anderen Seite: wer seine Ernährung nicht auf naturbelassenen
Lebensmitteln mit reichlich Vitalstoffen gründet, sondern sich überwiegend mit
industriell vorgefertigter Kost ernährt, zudem raucht, sich wenig bewegt und unter
Dauerstress steht, gerät selbst bei günstigster Genausstattung schleichend in eine
Dysbalance. Bis zur Entwicklung dauerhafter gesundheitlicher Störungen dauert es dann
nicht mehr lange.
Salutogenetischer Ansatz
Ich vertrete in der Gesundheitsberatung einen
salutogenetischen Ansatz. Der Begriff geht auf Forschungen von Aaron Antonovsky zur
Stressbewältigung von Frauen in den Wechseljahren zurück. Während die Schulmedizin
überwiegend pathogenetisch orientiert ist, d. h. sich mit der Bekämpfung von Krankheiten
befasst, stellt der salutogenetische Ansatz umgekehrt die Gesundheit und die Faktoren, die
Gesundheit erhalten, in den Mittelpunkt. Zahlreiche empirische Studien haben ergeben, dass
Gesundheit, Krankheit und Krankheitsbewältigung durch ein komplexes Zusammenwirken von
physischen, psychischen und sozialen Faktoren bestimmt werden. Der rein organbezogenen
Betrachtung entgehen diese Zusammenhänge. Erst recht ist sie blind dafür, dass Menschen
je nach Typ unterschiedliche gesundheitliche Störungen entwickeln, sie unterschiedlich
wahrnehmen und unterschiedlich damit umgehen.
Salutogenetisches und pathogenetisches Denken schließen sich für mich nicht aus. Die
Frage ist: wann ist welches Denken angebracht? Wesentlich für meinen Ansatz ist erstens
die strikte Orientierung an dem, was wissenschaftlich auf der Basis von Meta-Studien
gesichert ist und zweitens eine ganzheitliche Betrachtung des Menschen im Sinne
einer Körper-Geist-Einheit. Wichtig ist für mich zudem die Berücksichtigung von
Mann-Frau-Unterschieden. Frauen werden nach wie vor nach den Regeln behandelt, die für
Männer erforscht wurden und erhalten Medikamente, deren Wirksamkeit primär an Männern
getestet wurde. Sie haben jedoch häufig ein anderes Verhältnis zu ihrem Körper als
Männer, sind stärker vorsorgeorientiert, bilden andere Muster von Krankheiten aus und
reagieren auf Medikamente und Therapien anders als Männer. Dies resultiert aus einem
anderen Regulationssystem bei den gesunderhaltenden und krankmachenden Faktoren. Ein
einfaches Beispiel: der weibliche Körper weist pro kg Körpergewicht einen
durchschnittlich höheren Fettanteil auf. Fettlösliche Medikamente wirken daher länger
als bei Männern und müssen entsprechend niedriger dosiert werden. Wird dies nicht
berücksichtigt, entstehen Probleme im Form erhöhter Nebenwirkungen etc.
Ablauf und Leistungen
Ich verfüge über breites medizinisches Wissen
und eine aus tiefgreifenden persönlichen Erfahrungen erwachsene Gesundheitskompetenz.
Über Felderfahrungen verfüge ich aufgrund von Tätigkeiten in der
Altenpflege/Psychiatrie und als Krankenhausdezernentin.
In meiner Gesundheitsberatung verbinde ich individuelle Hilfestellung und Begleitung
bei der gesundheitsorientierten Veränderung von Denk- und Handlungsweisen mit der
Vermittlung von Fachinformationen zu Gesundheitsthemen. Dies schließt gezielte Recherchen
zum Stand des Wissens ein. Wichtig ist mir hierbei, wissenschaftliche Forschungsergebnisse
hinsichtlich ihrer Relevanz, Aussagekraft und wissenschaftlichen Solidität zu
überprüfen. Erst auf dieser Basis können Entscheidungen, die im Kern Abwägungen
zwischen verschiedenen Risiken beinhalten, fundiert getroffen werden.
Folgende Leistungen biete ich an:
- Begleitung in einem Prozess der dauerhaften Gewichtsreduktion durch
Ernährungsumstellung
und Steigerung der körperlichen Bewegung
- Begleitung in einem Prozess der Erlernung von Strategien des konstruktiven Umgangs mit
Stress
- Beratung und Begleitung bei Beschwerden in den Wechseljahren
- Begleitung bei der Umsetzung von Rauch-Entwöhnungsstrategien
- Beratung bei Fragen gesunder Lebensgestaltung
- Durchführung von Recherchen (Untersuchungsverfahren, Therapien, Medikamente...)
- Beratung bei der Abwägung zwischen verschiedenen Risiken
Meine Leistungen sind keine Leistungen im Sinne von medizinischer Therapie oder
Psychotherapie. Meine Zielgruppe sind Menschen, die über die Bereitschaft und Fähigkeit
verfügen, sich aktiv um den Erhalt resp. die Wiedergewinnung der eigenen Gesundheit zu
kümmern. Sie haben aufgrund meist einer entsprechenden Vorgeschichte bereits die Absicht
ausgeprägt, in ihrem Leben etwas zu ändern, z.B. aus einem bestimmten Gedankengefängnis
auszubrechen, mit dem Rauchen aufzuhören, die überschüssigen Pfunde ohne Jo-Jo-Effekt
aufgrund Ernährungsumstellung kombiniert mit regelmäßigem Sport zu reduzieren.
Gesundheitsberatung und Gesundheitscoaching setzt dies im Gegensatz zur Theapie -
ein funktionierendes Selbstmanagement beim Klienten voraus. Der Klient befindet sich hier
nicht in der Rolle des Patienten, sondern in der Rolle des Gesundheitskunden. Menschen,
die Krankheit als Schicksal begreifen und Heilung grundsätzlich nur von außen erwarten,
sind bei mir nicht an der richtigen Adresse. Erst recht ist bei Menschen mit schweren
körperlichen oder psychischen Erkrankungen die Voraussetzung für ein erfolgreiches
Gesundheitscoaching nicht gegeben. Wird im Laufe des Coachings deutlich, dass eine schwere
Erkrankung vorliegt, werde ich das Coaching sofort beenden, auf geeignete medizinische
oder psychotherapeutische Behandlungen verwiesen und den Klienten entsprechend
weiterleiten.
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